| Startseite Rechenschieber Navigation Seezeichen Gezeiten | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kegelschnitte Ellipse Keplers Weltbild Keplers Epitomes Apollonius Inhalt & Lehrsätze C. F. Gauss Theorie | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Geometrie der Ellipse.
Unter den drei Kegelschnitten hat die Ellipse historisch eine herausragende praktische Bedeutung durch die Theorie zur Planetenbewegung von Johannes Kepler erhalten. Aus seinem Buch Epitomes Astronomiæ Copernicanæ habe ich die Darstellung des Liber Quintus erfasst. Hier entwickelt Keplerseine Argumentation, die schließlich in der Kepler-Gleichung mündet. Um die Entwicklung der Gedanken zu verstehen, muss man sich mit den geometrischen Eigenschaften vertraut machen.
Hinweis:Bei einer gegebenen Ellipse findet man die Brennpunkte als Schnittpunkte eines Kreises mit dem Radius der großen Halbachse um einen Nebenscheitel mit der großen Achse. Die charakteristischen Parameter der EllipseDie lineare ExzentrizitätDie Abstände der Brennpunkte F1, 2 vom Mittelpunkt sind gleich. Man nennt den Abstand MF1 = MF2 die lineare Exzentrizität e oder die Brennweite der Ellipse. Man berechnet e nach Pythagoras im rechtwinkligen, blauen Dreieck. Da der Nebenscheitel N1 ein Punkt auf der Ellipse ist, beträgt sein Abstand von den Brennpunkten 2 · a. Die Hypotenuse im blauen Dreieck hat also die Läge a, die senkrechte Kathete entspricht der kleinen Halbachse. Also gilt b2 + e2 = a2, oder:
Die numerische ExzentrizitätZur Navigation interessiert uns besonders der Abstand zweier Punkte auf der Ellipse. Aber schon die Berechnung des Umfangs ist mit einfachen Mitteln nicht mehr zu bewerkstelligen. Das geht nur durch Integrieren einer Differentialgleichung in Polarkoordinaten. Um die Formeln abzuleiten, brauchen wir noch die numerische Exzentrizität ε.
Die Leitlinie l ist geometrisch am Kegel erkennbar. Sie liegt parallel zur Nebenachse und schneidet die Apsidenlinie (x-Achse) so, dass ihr Abstand vom Scheitel S2 sich zu dem des Brennpunkts F2 verhält wie die große Halbachse a zur linearen Exzentrizität. Ihr Abstand vom Mittelpunkt M der Ellipse ist a2 ⁄ e. Das Verhältnis der Abstände jedes Punktes P auf der Ellipse vom Brennpunkt F2 und dieser Leitlinie ist konstant r2 ⁄ d = konstant. Die Leitlinie l hat vom Scheitel S2 den Abstand (a2 ⁄ e) - a, und ein Ellipsenpunkt P den Abstand d = a2 ⁄ e - x (x ist die x-Koordinate des Punktes P und entspricht der Strecke MP′). Die Abstände r1 und r2 des Ellipsenpunktes P von den beiden Brennpunkten F1 und F2 sind die Hypotenusen in den rechtwinkligen Dreiecken F1PP′ bzw. F2PP′. Die beiden Dreiecke haben die Kathete y = PP′ gemeinsam, die anderen Katheten haben die Längen F1P′ = 2·e + (x - e) und F2P′ = x - e. Mit dem Satz des Pythagoras können wir nun zwei Gleichungen für die Kathete y aufstellen:
Aufgelöst nach r1² und ausmultipliziert ergibt: r1² = r2² + 4·e·x, oder r1² - r2² = 4·e·x = (r1 + r2)·(r1 - r2). Diese letzte Gleichung kann man auf beiden Seiten mit a multiplizieren und nach x auflösen: x = (a² - r1·a) ⁄e. Diesen Ausdruck für x setzt man in die Gleichung für den Abstand d des Ellipsenpunkts P von der Leitlinie ein, und erhält: d = r1·(a ⁄ e). Daraus die Beziehung d ⁄ r1 = a ⁄ e. Damit ist gezeigt, dass das Verhältnis der Abstände eines beliebigen Ellipsenpunktes vom Brennpunkt und von der Leitlinie konstant ist, und nur von Parametern der Ellipse abhängt. Der Kehrwert dieses Verhältnisses wird numerische Exzentrizität ε genannt. Anschaulich erkennt man die numerische Exzentrizität aus dem Bild der Entstehung der Kegelschnitte. In der Abbildung oben iat auch eine geometrische Konstruktion der numerische Exzentrizität eingezeichnet. Man verlängert den Strahl vom entfernteren Brennpunkt F1 zum Punkt P auf der Ellipse um den Abstand von P zum näheren Brennpunkt r2, und erhält den Punkt R1. Der Schnittpunkt einer Parallelen zu PR1 (= 2·a) durch den Mittelpunkt der Ellipse schneidet die Verbindungslinie von R1 und F2 im Punkt R2, der auch auf dem Umkreis der Ellipse liegt. MF2 = e und MR2 = a. Mit Hilfe eines Proportionallineals kann man nun das Verhältnis e ⁄ a berechnen. (Edmund Gunter erklärt das ausführlich im 2. Buch des Sectors, Kap. II unter 5.)
Dieser Zusammenhang von Ellipse und Umkreis ermöglichte Kepler, seine Gesetze mathematisch abzuleiten (ebenso verwenden Newton und Gauss den "Ellipsenparameter"). Die sieben Bücher des Appolonius von Perge sind im Web zu finden. Die Mittelpunktgleichung der Ellipse.Kartesische KoordinatenDie Ellipse wird definiert als die Kurve, auf der für alle Punkte P(x,y) die Summe der Abstände zu den beiden Brennpunkten F1,2 konstant ist PF1 + PF2 = r1 + r2 = konstant. Diese Konstante ist das zweifache der großen Halbachse a: r1 + r2 = 2 · a.
Mit der Definition der Ellipse (r1 + r2 = 2·a) erhalten wir durch Umformen und Einsetzen die Mittelpunktsgleichung der Ellipse: Mit dieser Gleichung können wir nun die Koordinate x oder y eines Punktes P(x,y) aus der jeweils anderen berechnen, der auf der Ellipse mit den Halbachsen a und b liegt. Carl Friedrich Gauss leitete hieraus eine lineare Ellipsengleichung ab, die er differenzieren konnte:
Dabei ist r der Fahrstrahl des Planeten, α · x = r1 und β · y = r2. PolarkoordinatenPolarkoordinaten beschreiben die Lage eines Punktes durch den Abstand ρ vom Koordinatennullpunkt und den Winkel φ, den dieser vom Mittelpunkt ausgehende Strahl mit der x-Achse einschließt. Auf der Ellipse muß man nun einen Ausdruck für den Abstand ρ und den Winkel φ finden.
Die x-Koordinate des Punktes P(ξ,η) auf der Ellipse ist gleich der x-Koordinate des Punktes auf dem Umkreis (Radius a). Damit lauten die Transformationsgleichungen:
Mit dem Pythagoras erhält man für den Abstand ρ des Ellipsenpunktes vom Mittelpunkt den Ausdruck:
Nun brauchen wir noch eine Beziehung zwischen dem Winkel α in dieser Gleichung und dem Polarkoordinatenwinkel φ. Der ist gegeben durch die Definition tan φ = η/ξ = b·sin α / a·cos α. Durch Umformen und Einsetzen bekommt man schließlich die Polargleichung der Ellipse ( mit ε numerische und e lineare Exzentrizität):
Diese Gleichung beschreibt ebenfalls die Ellipse, nur sind die Koordinaten eines Punktes auf ihr durch den Abstand ρ vom Mittelpunkt und den Winkel φ zwischen ρ und der x-Achse angegeben. Die Brennpunktgleichung der Ellipse.In der Schule lernte man zu meiner Zeit außer der Mittelpunktsgleichung noch die Scheitelgleichung der Ellipse. Viel interessanter ist die Brennpunktsgleichung: sie ist die Schlüsselformel für die Vorhersage von Sternenorten. Der Grund hierfür sind das 1. und 2. Keplersche Gesetz: die Erde bewegt sich auf einer Ellipsenbahn um die Sonne, die in einem der beiden Brennpunkte der Bahnellipse steht. Das zweite Keplersche Gesetz ist in der Kepler-Gleichung bereits enthalten. Kartesiche Koordinaten.
Der Umfang U des Dreiecks ΔF1F2P ist also konstant für alle Punkte Px, y auf der Ellipse: U = r1 + r2 + 2 · e. Für den Fall P′x = 2 · e, so ist P′y = p, der Ellipsenparameter. Der Ausdruck für den konstanten Umfang U ergibt sich in diesem Fall zu: U = r1 + p + 2 · e. Und da in diesem Sonderfall das Dreieck ΔF1F2P′ rechtwinklig ist, kann man die Länge von r1 angeben: r12 = p2 + 4 · e2. Da U eine Konstante für alle Punkte Px, y ist, und nur von den beiden Ellipsenhalbachsen a und b abhängt, kann man mit dem rechtwinkligen, schraffierten Dreieck ΔF1PxP mit der Beziehung zwischen der Hypotenuse r2 und den Katheten eine Gleichung aufstellen, die die Länge des Fahrstrahls r1 mit der y-Koordinate des Punktes P korreliert (ist allerdings etwas aufwändiger). Das Ergebnis ist: r1 + e · y = p. Eine Formel der Ellipse in karthesischen Koordinaten mit dem Ursprung in einem der Brennpunkte ist nur in der Form der Kepler-Gleichung möglich! — und die ist transzendent und daher nicht lösbar. Polarkoordinaten.Hier braucht man die Polargleichung, die als Ursprung den Brennpunkt hat. Die Brennpunktsgleichung in kathesischen Koordinaten ist offensichtlich ungebräuchlich (— jedenfalls habe ich nur einen Hinweis bei Carl Friedrich Gauss gefunden). Die Ableitung erfolgt ähnlich wie bei der Mittelpunktgleichung.
r12 = (2 · r2)² + (2·e)2 - 2 · 2 · e · r2 · cos(180° - φ) Ausmultiplizieren und Auflösen nach r2 liefert: Teilt man die rechte Seite durch a, erhält man mit e2/a = ε: In der Form ähnelt diese Brennpunktgleichung der Mittelpunktgleichung. Diese polare Brennpunktsgleichung der Ellipse könnte man nun wieder differenzieren und integrieren. Aber die Hauptanwendung ist die Bestimmung des Ortes der Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne in Abhängigkeit von der Zeit. Dieses Problem hatte schon Johannes Kepler, und er hat eine Lösung gefunden — ohne Differenzialrechnung (die war noch nicht erfunden, das haben erst 50 Jahre später von Issac Newton und Gottfried Wilhelm Leibnitz entwickelt). Keplers Methode ist hier erklärt. Die Scheitelgleichung der Ellipse.
Aus der Mittelpunktsgleichung oben wird, mit den Koordinaten ξ und η:
Nach Auflösen der Gleichung nach y² erhält man:
Jetzt erinnert man sich an den Ellipsenparameter p: p = b² ⁄ a, substituiert ihn in der Formel und erhält: y² = 2·p·x - p·x² ⁄ a, die Scheitelgleichung der Ellipse. Der Umfang der Ellipse.Diese polare Mittelpunktsgleichung hat den Vorteil, dass man sie differenzieren kann (zum Formalismus s. a. Loxodrome). Integriert man dann das Differenzial, erhält man entweder die Länge des Ellipsenbogens, oder die Fläche über der Winkeländerung. Bei der (terrestrischen) Navigation interessiert ausschließlich die Länge des Bogens (also die Entfernung zwischen den Punkten P1(ρ1,α1) und P2(ρ2,α2), die der Winkeländerung Δα entspricht. Dieses Integral hat die Form:
Es ist allerdings nicht analytisch zu lösen (ausser in den Grenzen zwischen 0° und 90°, also für den Viertelbogen). Man muß den Wurzelausdruck in eine konvergierende Reihe entwickeln, und deren Glieder einzeln integrieren. So erhält man für die Bogenlänge der Ellipse die Formel:
Man sieht, das ist recht aufwändig zu berechnen. Zudem macht man einen Fehler, wenn man die Reihe nach einer endlichen Zahl Glieder abbricht. Integriert man diese Gleichung von 0° bis 360°, erhält man den Umfang der Ellipse.
Wie groß ist der Fehler? Berechnen wir die Reihenglieder für den Polumfang des WGS84 Ellipsoids.
Wir erkennen, dass das zweite Glied eine Korrektur des Polumfangs von etwa 100 m, das dritte eine von 20 cm beiträgt. Zum Vergleich ergibt die Näherungsformel einen Polumfang, der etwa dem des Reihenabbruchs nach dem ersten Glied entspricht. Der Umfang eines Kreises mit Radius der kleinen Halbachse ist etwa 70 km kürzer als der Ellipsoidumfang (ist ja auch noch ganz ordentlich!). Ich vermute, das (zivile) GPS arbeitet mit der Näherungsformel, und hat deshalb einen Fehler von (mindestens) 100 m. Das differentielle GPS (DGPS) erlaubt eine weitgehende Korrektur; entsprechend ausgerüstete Geräte haben wohl auch leistungsfähigere Rechner, die bis zum zweiten oder dritten Glied der Reihe rechnen, und so auf Fehler unter 1 m kommen können. Die Fläche des Ellipsensektors.Etwas einfacher ist die Fläche des Ellipsensektors zu berechnen. da wir es an anderer Stelle brauchen, soll hier nach dem gleichen Formalismus auch die Fläche des Kreissegmentes berechnet werden.
In differenzierter Form und nach Substitution von x = r · cos φ und dx = r · sin φ:
Integrieren mit den Grenzen φ = 0 bis φ ≤ 90° ergibt die Fläche F: In den Grenzen φ = 0° bis φ = 90° = π ⁄ 2 erhalten wir für ¼ der Kreisfläche:
Die Fläche des gelben Ellipsensektors erhalten wir analog aus der Funktion der Ellipse: Differenzieren und Substituieren von x = a · cos φ, dx = a · sin φ dφ ergibt: Integrieren mit den Grenzen φ = 0 bis φ ≤ 90° ergibt die Fläche F: Die Ellipse bei Apollonius von PergaDie verschiedenen Parameter der Ellipse versteht man leichter, wenn man ihre Definition aus dem Werk "De Conicis" (Über die Kegelschnitte) von Apollonius von Perga anschaut. Apollonius lebte um 247 v. Chr. (ca. 262 bis ca. 190) und lebte überwiegend in Alexandia und Pergamon. Er verfasste ein acht Bücher über Kegelschnitte, deren Originale verloren sind. Sie lassen sich jedoch rekonstruieren aus den kommentierten Bearbeitungen arabischer (Thebit ben Corah, 830) und persischer (Abalphat von Ispahan (994), Nasireddin von Tus (1259)) Mathematiker. In Europa erkannte Regiomontanus (1436 bis 1476) die Bedeutung der Werke Apollonius und plante eine Übersetzung ins lateinische (zu der es nicht kam). Eine lateinische Ausgabe der ersten vier Bücher der "Conicis" erschien 1566 herausgegeben vom Venetianer Federicus Commandinus Urbinas (im Internet verfügbar) — gerade rechtzeitig für Johannes Keplers Astronomia Nova, der sich mit seiner Ableitung der Ellipsenbahn explizit auf Apollonius bezieht. Da er in Alexandria mit Schülern des Euklid (um 300 v. Chr.) zusammen kam, bezog sich Apollonius auf dessen Definition im XI. Buch, Definition 18, des Kegels: "Wenn ein rechtwinkliges Dreieck um eine Kathete als Achse gedreht wird, beschreibt die Hypotenuse eine Kegeloberfläche (Mantel des Kegels)." In seinen Büchern zu Kegelschnitten untersucht Apollonius nun die Schnittlinien des Kegelmantels, wenn der durch verschieden geneigte Ebenen geschnitten wird. Er findet und benennt so die Parabel (Lehrsatz 11), die Hyperbel (Lehrsatz 12) und die Ellipse (Lehrsatz 13). THEOREMA XIII. PROPOSITIO XIII.Si conus plano per axem secetur, & secetur altero plano conveniente cum utroque latere trianguli per axem, quod neque basi coni æquidistet, neque subcontrarie ponatur; planum autem, in quo est basis coni, & secans planum conveniant secundum rectam lineam, quæ sit perpendicularis vel ad basim trianguli per axem, vel ad eam; quæ directum ipsi constituitur: recta linea, quæ a sectione coni ducitur æquidistans communi sectioni planorum usque ad diametrum sectionis, poterit spatium adiacens lineæ, ad quam sectionis diameter eam proportionem habeat, quam quadratum linea diametro æquidistantis a vertice coni usque ad trianguli basim ducta, habet ad rectangulum contentum basis partibus, quæ inter ipsam & rectas trianguli lineas intericiuntur; latitudinem habens lineam, quæ diametro ab ipsa abscinditur ad verticem sectionis, deficiensque figura simili, & similiter posita ei, quæ diametro, & linea iuxta quam possunt, continetur dicatur autem huiusmodi sectio ellipsis. Sit conus cuius vertex A punctum, basis circulus BC; & secetur plano per axem, quod sectionem faciat triangulum ABC; secetur autem & altero plano, conveniente cum utroque latere trianguli per axem neque basi coni æquidistante, neque subcontrarie posito, quod faciat sectionem in superficie coni lineam DE; & communis sectio plani secantis, atque eius, in quo est basis coni, sit FG perpendicularis ad BC; diameter autem sectionis ED: & ab E ducatur EH ad ED perpendicularis; perque A ducta AK ipsi ED æquidisiante, fiat ut quadratum AK ad rectangulum BKC, ita DE ad EH; sumatur praeterea in sectione punctum L; & per L ipsi FG æquidistans ducatur LM. Dico LM posse spatium, quod lineæ EH adiacet, latitudinem habens EM, deficiensque figura simili ei, quæ DEH continetur. Iungatur enim DH; perque M ducatur MXN æquidistans EH: & per H, X puncta ipsi EM æquidistates ducantur HN, XO; postremo per M ducatur PMR æquidistans BC. Itaque quoniam PR æquidistat BC; & LM ipsi FG: erit planum ductum per LM, PR æquidistans plano per FG, BC ducto, hoc est basi coni. si igitur planum per LM, PR producatur: fiet sectio circulus, cuius diameter PR. & est LM ad ipsam perpendicularis, ergo rectangulum BKC. Ita DE a EH: & proportion quadrati AK ad rectangulum BKC componatur ex proportione, quam habet AK ad FKB, & ex ea, quam AK habet ad KC, ut autem AK ad KB, ita EG ad GB, hoc est EM ad MP: & ut AK ad KC, ita DG ad GC, hoc est DM ad MR. erit proportio DE ad EH composita ex proportione EM ad MP, & ex proportione DM ad MR. sed proportio composita ex proportione EM ad MP, & DM ad MR est ea, quam EMD rectangulum habet ad rectangulum PMR. Quare ut rectangulum EMD ad ipsum PMR, ita DE ad EH, videlicet DM ad MX. ut autem DM ad MX, sumpta ME communi altitudine, ita rectangulum DME ad rectangulum XME. ergo ut DME rectangulum ad rectangulum PMR, ita erit DME rectangulum ad ipsum XME. æquale igitur est rectangulum PMR rectangulo XME. sed rectangulum PMR demonstratum est æquale quadrato LM. quare & ipsum XME quadrato LM æquale erit. linea igitur LM potest spatitum MO: quod quidem linea EH adiacet, latitudinem habens EM, deficiensque figura ON simili ei, quæ DEH continetur. Vocetur autem huius modi sectio ellipsis: & linea EH, iuxta quam possunt, quæ ad diametrum DE ordinatim applicantur; quæ quidem & recta vocabitur ED vero transversa. EVTOCIVS.SCIRE oportet hoc theorema tres habere descriptiones, ut sapius dictum est in ellipsi: vel enim DE convenit cum latere AC supra C punctum, vel in ipso C, vel infra cum eo producto convenit.FED. COMMANDINVS.LINEA igitur LM potest spatium MO: quod quidem lineæ EH adiacet, latitudinem habens EM, deficiensque figura ON simili ei, quæ DEH continetur) Greca verba sunt hac. ἠ ΛΜ ἄρα δύναται τὸ ΜΟ, ὃ παράκειται παρὰ τινὶ θΕ πλάτος ἔχον τινὶ ΕΜ, ἐλλεῖπον εἴδει τῷ ΟΝ ὁμοίῳ ὄντι τῷὑπὸ ΔΕθ. Ex quibus manifeste constat, cur ea sectio ellipsis appelata sit.
Sei ein Kegel gegeben, dessen Spitze der Punkt A ist, mit einer kreisförmigen Basis BC; und werde er durch eine Ebene durch die Achse geschnitten, welcher Schnitt das Dreieck ABC erzeugt; und werde er außerdem durch eine andere Ebene geschnitten, die beide Seiten des Dreiecks durch die Achse treffen und weder zur Kegelbasis parallel sind, noch mit dem Gegenkegel zusammentrifft, was in der Kegeloberfläche eine Schnittline DE erzeuge; und der gemeinsame Schnitt der Ebene des Kegelschnitts mit der, in der die Basis des Kegels liegt, sei FG senkrecht zu BC; der Durchmesser des Kegelschnitts sei jetzt ED: und in E wird EH senkrecht zu ED gezogen; und AK von A parallel ED gezogen, so dass wie das Quadrat AK zum Rechteck BKC [sich verhält], so DE sich zu EH [verhält]; außerdem wird auf dem Kegelschnitt ein Punkt L hinzugefügt; und von L die Strecke LM parallel zu FG gezogen. Ich behaupte LM hat eine Länge … Erläuterungen
Durch die Konstruktion mit den parallelen Strecken EG und AK, die die Schenkel eines Winkels ∠ABK schneiden, entstehen zwei ähnliche Dreiecke ABK und EBG. Es gilt für die Abschnitte auf den Schenkeln des Winkel ∠ABK: AB : BE = BK : BG. Also zusammengefaßt findet man die Verhältnisse AK : EG = BK : BG = AB : BE. Und die Strecke AK kann man mit dem Lehrsatz 12 aus dem zweiten Buch des Euklid mit der Kegelbasis ins Verhältnis setzen. In dem stumpfwinkliges Dreieck ACK gilt: "In einem stumpfwinkligen Dreieck, ist das Quadrat der Seite, die dem stumpfen Winkel gegenüber liegt, größer als die Summe der Quadrate der beiden Seiten, die den stumpfen Winkel einschließen, und zwar um das doppelte Rechteck aus einer der beiden Seiten und dem Abstand von der Dreiecksecke zum Fußpunkt F der Höhe AF." Also: AK2 = AC2 + CK2 + 2 · CF · CK = AC2 + CK2 + BC · CK (weil beim geraden Kreiskegel die Kegelachse jeden Durchmesser des Basiskreise halbiert: 2 · CF = BC) Es verhalten sich auch die Abschnitte auf den Schenkeln des Winkels ∠ABK, der durch die beiden Parallelen AK und EG geschnitten wird: AB : BE = AK : EG BK : BG = AK : EG | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startseite Rechenschieber Navigation Seezeichen Gezeiten | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kegelschnitte Ellipse Keplers Weltbild Keplers Epitomes Apollonius Inhalt & Lehrsätze C. F. Gauss Theorie | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
© Rainer Stumpe, URL: www.rainerstumpe.de/ |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||