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Die KegelschnitteIm 5. und 4. Jahrhundert vor Christus griechische Mathematiker mit der Konstruktion von geometrischen Figuren. Ihre Werke sind wohl nur unvollständig im Original erhalten. Eine wichtiger Quelle ist Pappos Alexandrinus′ "Mathematicae Collectiones", die auch Johannes Kepler bekannt war und auf die er sich beim Beweis der elliptischen Planetenbahnen stützte. Zu den Kegelschnitten arbeiteten Euklid (vier Bücher), Apollonius (8 Bücher auf der Basis Euklids) und Aristaios (zu spitzwinkligen, rechwinkligen und stumpfwinkligen Kegeln). Bei Euklid waren es rechtwinklige Kegel, die entstehen, wenn man ein rechtwinkliges Dreieck um eine der Kathethen dreht. Die Kegelspitze kann man abschneiden und erhält dann einen Kegelstumpf. Apollonius untersuchte die Schnittlinien mit dem Kegelmantel für unterschiedliche Schnittwinkel und fand die Ellipse, die Parabel und die Hyperbel — je nach der Neigung der schneidenden Ebene.
In der analytischen Geometrie wird eine Ebene durch die Formel a · x + b ·y + c · z = d. (a, b, c, d sind Konstanten.) Alle Punkte für die sowohl die Kegelgleichung wie die Ebenengleichung erfüllt sind, ergeben den Schnitt der beiden. Die Ellipse
In der Abbildung sind auch die beiden Dandelinschen Kugeln eingezeichnet. Sie werden dem Kegel so eingeschrieben, dass sie die Ellipse in den Brennpunkten berühren (rote Punkte). Die Ebenen, in denen die Kugeln den Kegelmantel berühren (hier gelb), parallel zur Grundfläche des Kegels, schneiden sich mit der Ebene, die die Ellipse aus der Kegelhülle ausschneidet (hier rot), in den Leitlinien (grün, strichpunktiert). Die Eigenschaften der Ellipse sind an anderer Stelle ausführlich erklärt; dort werden auch abgeleitet:
Die Parabel
Jeder Punkt P auf der Parabel hat vom Brennpunkt F den gleichen Abstand r wie von der Leitlinie l: r = d. Im Koordinatensystem mit dem Scheitel S der Parabel im Ursprung hat der Brennpunkt F den Abstand FS = p ⁄ 2. Die Länge des Fahrstrahls zum Punkt P(x,y) errechnet man nach Pythagoras im Dreieck FPP′:
Der Abstand d des Punktes P von der Leitlinie l ist: d = y+ p ⁄ 2. Wegen der Bedingung für die Parabel (r = d) ist damit r² = (y - p ⁄ 2)² + x² = d² = (y + p ⁄ 2)². Ausmultiplizieren ergibt:
Natürlich gibt es auch noch andere Formeln für die Parabel — analog zur Ellipse — die findet man aber auch an anderer Stelle im Web abgeleitet. Die Hyperbel
Auch hier gibt es zwei Dandelinschen Kugeln, die die schneidende Ebene in den Brennpunkten der Hyperbel berühren, und die Schnittlinie der Ebenen durch die Berührungskreise der Dandelinschen Kugeln mit der erzeugenden Ebene sind die Leitlinien der Hyperbel. Die Hyperbel wird beschrieben durch die Linien auf dem Kegelmantel, die die Schnittebene mit dem Mantel gemeinsam habeb. Es sind dies die Asymptoten, denen sich die Äste der Hyperbel "asymptotisch" annähern. Die Asymptoten schneiden sich im Mittelpunkt M der Hyperbel. Sie schließen den Winkel 2 · α ein, den Öffnungswinkel an der Kegelspitze.
Bei der Hyperbel gibt es zwei Leitlinien l1 und l2. Ihre Abstände von von den Scheiteln S1,2 ist y1,2 = ± a² ⁄ e. Der Scheitel S1 hat vom Mittelpunkt den Abstand a. Im Koordinatensystem mit dem Scheitel im Ursprung ergibt sich aus der Mittelpunktsgleichung für die y-Koordinate des Punktes P also mit 2 · p als Länge der Sehne durch den Brennpunkt: Vergleich der Scheitelgleichungen der KegelschnitteDie Scheitelgleichungen der Kegelschnitte werden in allen zeitgenössischen Quellen gegenübergestellt, weil mit ihnen die Bezeichnungen aus dem Griechischen ableiten lassen. Aber offensichtlich ist der Hintergrund der griechischen Namensgebung in Vergessenheit geraten. (Im Grunde könnte man natürlich auch die Mittelpunktsgleichungen von Ellipse und Hyperbel vergleichen, allerdings hat die Parabel keinen Mittelpunkt.) Also will ich es weiter unten herleiten.
Die Bedeutung der Scheitelgleichung und das "Gnomon"Die Scheitelgleichungen der Kegelschnitte werden in aktuelleren Quellen etwas düftig behandelt. (Für Problemlösungen seit Kepler seine Gleichung veröffentlichte, sind auch die Mittelpunkts- und vorallem die Brennpunktsgleichung interessanter.) Man muß schon ein wenig zurück gehen, um die Bedeutung der Scheitelgleichung zu finden — bis zu Euklid. In Keplers Liber Quintus gibt es eine hübsche Anwendung für das Gnomon. Unter anderen interpretiert Prof. Dörte Haftendorn, Uni Lüneburg, die Namensgebung Parabel (παραβαλλειν: paraballein, gleichkommen), Hyperbel (μπερβαλλειν: hyperballein, übersteigen) und Ellipse (ελλειπειν: elleipein, ermangeln) mit dem gemeinsamen Glied 2 · p · x, das bei der Parabel fehlt, bei der Hyperbel um (p ⁄ a) · x² vergrößert und bei der Ellipse verringert wird. Helmuth Gericke3 weist auf die Lösung quadratischer Gleichungen durch geometrische Konstruktion der griechischen Mathematiker mit dem "Gnomon" hin. Da Kepler diese Rechenmethode im Kapitel III (De figura orbita) des Liber Quintus anwendet soll sie kurz erläutert werden. Gericke bezieht sich in seinem Buch3 auf Euklids Lehrsatz 5 im 2. Buch: Teilt man eine Strecke sowohl in gleiche als auch in ungleiche Abschitte, so ist das Rechteck aus den ungleichen Abschnitten der ganzen Strecke zusammen mit dem Quadrat über der Strecke zwischen den Teilpunkten dem Quadrat über der Hälfte gleich.
In geometrischen Größen ausgedrückt: die Fläche des nicht-schraffierten Teil des gelben Rechtecks ist gleich der daneben liegenden schraffierten Fläche, und die beiden schraffierten Rechtecke sind gleich groß. Also erhält man die Fläche des gelben Rechtecks als Differenz des großen Quadrats und des kleinen roten Quadrats. (Die schraffierte, L-förmige Fläche nennt Euklid ein Gnomon.) Damit hat man zwei Strecken gefunden, deren Summe x + y = a ist, und deren Produkt die Fläche c² ist. Die Gleichung dazu ist x · (a - x) = c². Die kann man umformen: x² - a · x = c². Das entspricht der Form nach der Scheitelgleichung der Ellipse, wo a = 2 · p.
Das Gnomon bei Hyperbel und ParabelÄhnliche Konstruktionen gibt es auch für die Koordinaten eines Punktes auf der Parabel bzw. auf der Hyperbel. Eine ausführliche Darstellung der Euclidis Elementa findet man von David E. Joyce4.
Die Anleitung findet man bei Euclids Elementa im Buch 2, Lehrsatz 5. Es löst die Gleichung x² - b·x = C, also die Scheitelgleichung der Hyperbel.
Man zeichnet wieder ein Rechteck mit den Seiten 2 · p und xP und verlängert die lange Seite um xP. Die Streckensumme aus 2 · p und xP wird halbiert und um den Halbierungspunkt wird ein Kreis mit dem Radius (2 · p + xP) ⁄ 2 geschlagen, der die Verlängerung der kürzeren Rechteckseite schneidet. Der Abstand des Schnittpunktes von der y-Koordinate ist die gesuchte Koordinate yP des Parabelpunktes. |
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Die Leitlinie und die Dandelinsche KugelEine Ellipse ist die Schnittlinie einer Ebene (hier rot) mit einem geraden Kreiskegel. Dem Kegel kann man zwei Dandelinsche Kugeln so einschreiben, dass sie die Schnittebene in den Punkten F1 und F2 berühren. Die Berührungspunkte sind die Brennpunkte der Ellipse. Diese Dandelinschen Kugeln erzeugen mit dem Kegelmantel jeweils einen Berührungskreis, der eine Ebene senkrecht zur Kegelachse definieren (hier gelb). Die beiden gelben Ebenen schneiden die rote Schnittebene in je einer Geraden (grün): den Leitlinien l1 und l2. Eine Ebene Σ, die die Achse des Kegels enthält und auf den beiden Leitlinie senkrecht steht, schneidet die Ellipse in deren großer Achse; die Brennpunkte liegen auf dieser Schnittlinie. Eine Parallele m0 zur großen Achse der Ellipse durch F1 und F2 in dieser Ebene schneidet die gelbe Ebene in D1 (der Schnittpunkt auf der unteren gelben Ebene D2 liegt außerhalb der Skizze).
Dreht man diese Ebene Σ um m0 als Achse um einen gewissen Winkel ξ, so bleibt sie parallel zur großen Ellipsenachse, und schneidet die rote Ebene in der Linie B1B2. Es ensteht außerdem eine eine Schnittlinie ZA1A2 (rot) mit dem Mantel des Kegels. Der Schnittpunkt C der Linie B1B2 in der roten Ebene mit der Mantellinie A1A2 liegt auf der Ellipse. Die beiden Punkte A1 und F1 sind die Berührungspunkte von Tangenten aus C an die obere Kugel. Die Tangentenabschnitte CF1 und CA1 sind gleichlang. Das Gleiche gilt für die Tangenten an die untere Kugel: CF2 = CA2. Nach der Definition der Ellipse ist CF1 + CF2 = 2·a (a ist die große Halbachse). Damit wird CF1 + CF2 = A1A2 = 2·a. In der um die Achse m0 gedrehten Ebene liegen die Punkte A1, B1, D1 und Z und somit auch die sich schneidenden Verbindungslinien ZA1 und B1D1. Diese Linien werden durch die zu einander parallelen Verbindungslinien ZD1 = m0 und B1B2 geschnitten. Damit gilt nach dem Strahlensatz für die Verhältnisse der Strecken auf den Schenkeln: CA1 : CB1 = ZA1 : ZD1 = CF1 : CB1 = ε. Und der Abstand der Leitlinie vom Mittelpunkt beträgt a2 ⁄ e.
Das Verhältnis des Abstands eines Punktes auf der Ellipse vom Brennpunkt zum Abstand zur zugehörigen Leitlinie ist eine Konstante — die numerischen Exzentrizität ε.
Die Hyperbel hat ebenfalls zwei, die Parabel nur eine Dandelinsche Kugel. |
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